Vorgänger der Fetthärtung

[16.12.2011]

Directe Hydrogenisirung


Chemiker-Zeitung, 25, Nr. 13, S. 136 (1901)

Paul Sabatier und Jean Senderens
Deutscher Kurzauszug einer französischen Veröffentlichung

Paul Sabatier und J.B.Senderens machen weitere Mitteilungen über die directen Hydrogenisirungen in Gegenwart von reducirtem Nickel und beschreiben die Darstellung des Hexahydrobenzols. Seit den letzten Veröffentlichungen der Verfasser über die Umwandlung von Aethylen und Acethylen in Aethan etc. durch frisch reducirtes Nickel haben sie durch neue Versuche erkannt, dass reducirtes Nickel ein sehr wirksames Agens ist, das sowohl direkte Wasserstoffanlagerungen als auch moleculare Umsetzungen bei wenig hohen Temperaturen auszuführen gestattet.

Das Metall wirkt durch eine "Gegenwartsreaction" von fast unbegrenzter Dauer dabei mit. Diese Reaction ist sicherlich der Bildung von Zwischenproducten zuzuschreiben, z.B. von einem unbeständigen Hydrid. Das Metall ruft so eine große Anzahl exothermischer Reactionen hervor, welche gewöhnlich nur mit Hülfe hoher Temperaturen bewirkt werden können, die für die Stabilität der Producte ungünstig sind, oder unter mühsamen experimentellen Bedingungen. Auf das frisch reducirte Nickel, welches in dünner Schicht in der Reductionsröhre ausgebreitet ist, leitet man die Dämpfe des zu hydrogenisirenden Körpers, die man durch einen Überschuss an Wasserstoff mit fortreissen lässt. Die Verf. haben so mit frisch reducirtem Nickel die Wasserstoffanlagerung an das Benzol ( C6H6 + H6 = C6H12 Hexahydrobenzol ), Toluol, die Xylole, an das Cymol etc. ausgeführt, ebenso bei anderen Verbindungen, wie bei Nitrobenzol, das leicht in Anilin umgewandelt wird.